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"Anubis"
Johannes Brus,
Kunstverein Essen

Li
Hagman 2001
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Im
Kulturbetrieb gibt es immer wieder unverbesserliche
Idealisten, die etwas hauptsächlich
um der Sache willen machen. Zu diesen
gehört zweifelsfrei der Essener Fotograf
Mick Vincenz (geb. 1967). Ein Maniac
wie er lässt gerne ökonomische Zwänge
außer Acht, wenn ihn ein Projekt reizt,
notfalls wird dann dieganze Nacht durchgearbeitet,
um den einzig wahren Schuss hin zu bekommen
oder den richtigen Augenblick bzw. das
beste Detail auf Fotofilm festzuhalten.
Dabei reicht sein Spektrum von klassischen
Portraits bis zu Mode- und Architekturfotos.
Außerdem wagt er sich an einen Bereich,
den viele professionelle Ablichter explizit
scheuen, weil er den eigenen Stil und
den sicheren Blick voraussetzt wie kaum
ein anderer: Das Ablichten von Werken
der bildenden Kunst. Schlägt man Kataloge
zeitgenössischer Kunst auf, stößt man
immer öfter auf den Namen Vincenz, was
wohl nicht zuletzt auf die langjährige,
sehr intensive Zusammenarbeit mit dem
Essener Künstler Carl Emanuel Wolff
zurückzuführen ist. Mit Wolff, der 1996
deutscher Vertreter auf der Biennale
von Sao Paula in Brasilien war, verbrachte
Vincenz mehrere Monate in der Millionenstadt,
in denen er nicht nur die Kunst vor
Ort, sondern insbesondere auch die ganze
Stimmung um die größte südamerikanische
Kunstschau samt Aufbau, diversen Eröffnungenund
eben den beteiligten Menschen dokumentierte.
Das Ergebnis ist ein eindringliches
Buch, das weitaus mehr istals ein
einfacher Kunstkatalog.
Derzeit
arbeiten Vincenz und Wolff, nachdem
sie auf der Art Cologne im Jahr 2000
erste gemeinsame Arbeiten in der renommierten
Stuttgarter Galerie Manus Presse vorstellten,
an einem vom Bonner Kunstfonds geförderten
Buchprojekt mit dem Arbeitstitel "Essen
- Habana", das Ende des Jahres veröffentlicht
werden soll.Neben
seiner Tätigkeit als Fotograf für diverse
Agenturen und der Arbeit an den eigenen
Fotoserien unterrichtet Vincenz als
Lehrbeauftragter die Studenten der Hochschule
für bildende Kunst in Dresden. Thema:
"Fotografie - Bildhauerei".Und das alles
ohne Lehre oder Diplom. Als reiner Autodidakt
beweist Vincenz, dass es nicht auf Abschlüsse
oder Titel, sondern lediglich auf die
Liebe zur Sache und den Willen zur intensiven
Auseinandersetzungmit der Materie ankommt.
Ganz gemäß dem Beuys'schen Motto:Wer
nicht denken will, fliegt raus.
Die Abwandlung lautet: Wer das Detail
nicht ehrt, kann gehen.
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